Neue Lebensrettungs-App

Landkreis Vorpommern-Greifswald Der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) geht in puncto Erste Hilfe neue Wege im digitalen Zeitalter: Mit der kostenlosen Smartphone-App „MV SCHOCKT“ soll es Nutzern ermöglicht werden, schnell und sicher einen Notruf abzusetzen und zudem sicher Erste-Hilfe-Maßnahmen einzuleiten. Ziel der Initiative ist es zudem, alle öffentlich zugänglichen Defibrillatoren in Mecklenburg-Vorpommern aufzulisten.

Für den Landkreis Vorpommern-Greifswald koordiniert ASB-Rettungsassistent Karl-Heinz Möhr die Zuarbeiten für das kostenlose Smartphone-Programm, das für alle gängigen Betriebssysteme erhältlich ist. „Die App kann Leben retten“, ist sich der 58-Jährige sicher. „Sie soll helfen, Berührungsängste bei der Ersten Hilfe abzubauen. Der Nutzer findet eine Anleitung, was zu tun ist – einfach und leicht verständlich. Ich wünsche mir, dass sich Menschen wieder mehr mit der Ersten Hilfe beschäftigen.“

Notärztin auf Usedom von App begeistert


Großer Vorteil der App: Der Nutzer kann einen Notruf absetzen – dabei wird er automatisch mit der Rettungsleitstelle verbunden. Zudem zeigt die App den aktuellen Standort an - der so ganz genau an die Rettungsleitstelle weitergegeben werden kann. Notärztin Johanna Holle, die oft auf der Insel Usedom arbeitet, ist von der Idee begeistert: „Die automatische Übermittlung der Daten bringt uns schneller zum Patienten“, erklärt die Medizinerin. Sie betont: „Das Einzige, was man bei der Ersten Hilfe falsch machen kann, ist nichts zu machen. Jeder, der anfängt zu helfen, ist für mich ein Held.“

Mit der Initiative „MV SCHOCKT“ will der ASB zudem über die Sofortmaßnahmen im plötzlichen Herznotfall aufklären. Allein in Mecklenburg-Vorpommern erleiden mehrere tausend Menschen im Jahr einen plötzlichen Herzstillstand - rund 3200 von ihnen überleben nicht. Durch schnelles Handeln ist jedoch ein Überleben ohne Folgeschäden möglich. Die Überlebenschancen steigen sogar um bis zu 70 Prozent, wenn eine Herzdruckmassage erfolgt und im Idealfall ein Automatisierter Externer Defibrillator (AED) zum Einsatz kommt.

Lebensrettungs-App für ganz Mecklenburg-Vorpommern

 
Über das gesamte Gebiet Mecklenburg-Vorpommerns sind zahlreiche dieser AED-Geräte verteilt, die die Wiederbelebungsmaßnahmen am Betroffenen aktiv unterstützen. „Auch im ländlichen Raum gibt es AED-Geräte, diese werden in der App natürlich auch aufgelistet. Die App ist flächendeckend“, sagt Mathias Wähner, Geschäftsführer des ASB-Landesverbandes Mecklenburg-Vorpommern.

Der Arbeiter-Samariter-Bund in Mecklenburg-Vorpommern hat sich zur Aufgabe gemacht, sämtliche automatisierte externe Defibrillatoren im Land in einer eigens dafür entwickelten Datenbank zu registrieren, damit im Notfall sofort der nächstgelegene kleine Lebensretter gefunden werden kann – diese sind in der „MV-SCHOCKT-App“ zu finden. „Jeder kann Defibrillatoren melden und registrieren – entweder über die App oder im Internet“, sagt Rettungsassistent Karl-Heinz Möhr.

„Samariter-Tag“ am 15. September in Stralsund


Informationen aus erster Hand zur App und zur Initiative „MV SCHOCKT“ gibt es beim diesjährigen „Samariter-Tag“ des ASB Nord-Ost e.V. und des ASB Landesverbands Mecklenburg-Vorpommern am 15. September 2018. Dieser findet von zehn bis 16 Uhr im Strelapark in Stralsund statt. Darüber hinaus laden an diesem Tag weitere Angebote des ASB ein, den Verein näher kennenzulernen.

Seit 2013 zieht die „SCHOCKT-Initiative“, die vom ASB-Landesverband Hamburg e.V. gestartet wurde, immer weitere Kreise – es gibt sie bereits flächendeckend in Hamburg, Berlin, Frankfurt, Leipzig, Lüneburg, Kassel, Schleswig-Holstein und in Mecklenburg-Vorpommern.


Weitere Informationen unter: www.mv-schockt.de



Der Anklamer ASB-Rettungsassistent Karl-Heinz Möhr (Mitte) – er koordiniert die Zuarbeit für die MV-SCHOCKT-App im Landkreis Vorpommern-Greifswald
Die Usedomer Notärztin Johanna Holle bei der Präsentation der neuen MV-SCHOCKT-App – zusammen mit Mathias Wähner (rechts), Geschäftsführer des ASB-Landesverbandes Mecklenburg-Vorpommern, und Dorian Koberstein, Pressesprecher des ASB Landesverbands Mecklenburg-Vorpommern.
                    
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